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Blog / Radeln in Graz – viel Luft nach oben

Radeln in Graz – viel Luft nach oben

Der Copenhagen Index 2015 hat für einige Überraschungen gesorgt, aber auch gezeigt, dass Städte mit politischer Unterstützung und guten Willen einiges im Bereich verbesserter Fahrradinfrastruktur tun können. Die Stadt Graz leidet aber unter chronische Stagnation, der Radverkehrsanteil ist in der steirischen Hauptstadt sogar rückläufig.

Zum dritten Mal in Folge kürte der Copenhagen Index 2015 jene Städte, die als besonders fahrradfreundlich erachtet werden oder zumindest ernsthaft Bemühungen unternehmen, ihre Fahrradinfrastruktur zu verbessern. Die ersten Plätze des Indexes werden von Fahrradstädten wie Kopenhagen und Amsterdam angeführt, aber Neueinsteiger wie Buenos Aires oder Ljubljana sorgten durch ihre rasche und positive Entwicklung für Aufsehen. Unter den österreichischen Städten schaffte es Wien auf den sechszehnten Platz, unter die Top 20 also, weil es sich, so die Herausgeber des Copenhagen Index, langsam aber sicher zu einer Fahrradstadt etabliere.

 

Graz macht keine gute Figur

Obwohl meist Städte ab einer Einwohnerzahl von 600.000 für den Index in Betracht gezogen werden, nimmt das Team rund um Mikael Colville-Andersen, der Gründer und Herausgeber des Copenhagen Index, auch kleinere Städte wie Malmö, Utrecht oder eben Ljubljana unter die Lupe. Graz hätte also auch eine Chance, sich mit anderen europäischen Städten zu messen, aber leider macht die steirische Hauptstadt zurzeit keine gute Figur.

Seit dem Jahr 2008 gibt es laut der Statistik der Initiative klimaaktiv keine Verbesserungen im Radverkehrsanteil zu verbuchen. Im Gegenteil, der Radverkehr in der Stadt Graz ist mit 14,5% im Jahr 2013 im Vergleich zu 2008 mit 16,1% leicht rückläufig, während des motorisierte Individualverkehr (MIV) bei 37,5% konstant bleibt. „Jedenfalls ist man von der Erreichung der Mobilitätsziele, die sich die Stadt selbst gesteckt hat, weit entfernt“, meint klimaaktiv. Lösungen für einen verbesserten Radverkehrsanteil werden in einer ausgebauten Radfahrinfrastruktur gesehen, die die Peripherie der Stadt mit Industriegebieten sowie der Innenstadt verbindet. Das würde die motorisierten Pendler motivieren, regelmäßig auf das Rad zu steigen.

 

Die Politik ist gefragt

Es braucht also mehr politische Initiativen der Stadt Graz, denn dass Graz das Potential zu einer wahren Fahrradstadt hat, ist Aktivisten klar. So wurde beispielsweise die Bypad-Methode in Graz entwickelt, welche Städten eine Anleitung zu einer verbesserten Fahrradkultur bietet.

Der Besuch von Fahrradguru Mikael Colville-Andersen nächsten März auf der Urban Future Conference 2016 könnte als Auftakt dienen, um die Politik wachzurütteln und Radlfahrer in Graz zu bestärken.  

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